Heute sind die Kostüme und Utensilien gekommen, die ich über das Internet im Karnevalsshop bestellt habe. Die Sachen sind absolut spitze und jetzt gewinne ich doch noch einmal mehr Auftrieb, was die Umsetzung der theoretischen Planung betrifft. Irgendwie müssen meine Mühen doch hoffentlich bald mal belohnt werden. Und wenn es auch nur halb so fulminant wird, wie es wirken soll, dann dürfte ich vielleicht mal unbeschwert nach einem der gefürchteten Unterrichtsbesuche nach Hause gehen. Aber bevor mich das jetzt völlig einnimmt, räume ich mir heute mal eine schul- und planungsfreie Phase ein und genieße einfach mal mein neues gutes Buch.
Gestern habe ich lange mit meiner Mentorin zusammen gesessen und ich freue mich, dass mir nach so vielen gefühlten Niederschlägen endlich mal wieder ein wenig Sonne zuteil kommt. Sie meinte, dass meine schriftliche Planung für das Abschlussprojekt hand- und fußfest sei und sie sei sich ziemlich sicher, wenn jetzt in der Umsetzung nichts großartig schief gehen wird, dann werde ich ein ziemlich gutes Ergebnis davon tragen. Es ist ziemlich ernüchternd, nach den ganzen guten Noten im Studium und den super Ergebnissen im ersten Examen, nun tendenziell durchschnittliche, mal gute, mal schlechte Rückmeldungen zu erhalten. Da zeigt sich, wie enorm die Theorie und Praxis voneinander abweichen können. Aber ich darf auch nicht meinem Missmut erliegen, der im Moment ein wenig Überhand zu gewinnen droht. Immerhin ist das auch nur eine Phase, ein Teil des ganzen Ausbildungsprozesses und darüber hinaus absolutes Neuland. Da muss ich mir selbst auch mal Schwächen gestatten dürfen.
Für mein szenisches Abschlussprojekt recherchiere ich gerade wild im Internet herum. Ich brauche einige Kostüme und Utensilien. Viel habe ich bereits selbst gebastelt und teilweise auch genäht, aber meine Schneiderkünste halten sich in Grenzen und es ist vor allem doch mehr Arbeit und zeitintensiver, als gedacht. Jetzt werde ich wohl Karnevalskostüme bestellen. Ich denke, Karnevalskostüme bestellen wird im Endeffekt dann doch zeit- und nervenschonender bleiben und auch wenn ich die Sachen aus eigener Tasche zahlen muss, kann ich sie ja immer noch wieder selbst verwenden und muss dann, wenn die Session anbricht, nicht noch Karnevalskostüme bestellen oder losziehen und was kaufen. Ich weiß allerdings gar nicht so genau, wo es das beste Zeug gibt, das mich dabei nicht ganz arm macht, also habe ich jetzt Karnevalskostüme bestellen mal durch die Suchmaschine gejagt und ich denke, ich habe auch eine Seite gefunden, da werde ich die Karnevalskostüme bestellen, denn die haben alle Sachen im Programm, die ich so brauche. Auf anderen Seiten fehlte immer irgendwas und ich möchte lieber nur einen Schwung Karnevalskostüme bestellen und nicht bei verschiedenen Händlern, wo ich dann letztlich noch die Waren durcheinander bringe, wenn ich irgendwas doch zurückschicken werde oder so. Na ja, schauen wir mal.
Wenn ich so auf die Zeit meines Studiums zurückblicke, auf die ganzen teilweise sehr arbeitsintensiven Jahre, dann glaube ich, dass ich niemals auch nur annähernd so eine arbeitsintensive Zeit hatte, wie jetzt, während meines Referendariats. Hätte ich das eher gewusst, wer weiß, ob ich nicht nach dem ersten Staatsexamen die Biege gemacht hätte… Jetzt stecke ich mittendrin und auch wenn ich immer noch nicht weiß, ob das Lehrerinnendasein wirklich was für mich ist, muss ich mich trotzdem mit dem, was ich an Herzblut aufbringen kann, in die Arbeit stürzen. Meine bisher geplante und durchgeführte Unterrichtsreihe im Bereich Kunst wird jetzt mit einem großen szenischen Projekt abgeschlossen, das Elemente eines Theaterstückes beinhalten wird. Warum hat mir nie jemand gesagt, dass es mich gefühlte Jahre meines Lebens kostet, so etwas fundiert in einer schriftlichen Unterrichtsplanung niederzulegen? Und das alles nur für diese verfluchten Unterrichtsbesuche… Was bin ich froh, wenn das vorüber ist.
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